Bei den meisten Raubwanzen ist der Kopf langgestreckt und frei beweglich. Er wird in zwei Abschnitte unterteilt: den Vorder- und den Hinterkopf. Zwischen oder knapp hinter den Augen befindet sich eine Querfurche, welche die beiden Bereiche voneinander trennt. Der als Rostrum bezeichnete Stechrüssel liegt an der Spitze des Kopfes. Seitlich vor den Augen sitzen die Antennenbasishöcker mit den meist viergliedrigen Antennen. Auf der Oberseite des vorderen Kopfteiles befindet sich der Tylus, welcher häufig mit einem nach vorn gerichteten Fortsatz ausgestattet ist. Die relativ großen Augen liegen immer seitlich am Kopf. Auf der Oberseite des Hinterkopfes sitzen die Ozellen, welche durch einen Höcker erhöht sein oder auch vollständig fehlen können.

Körperbau                    Lebensweise                    Entwicklung

g

Querfurche zwischen Vorder- und Hinterkopf

Auge

Rostrum

Kopf                    Thorax                    Beine                    Flügel                    Abdomen

Antennenbasishöcker

Tylus

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Antennen

Die Antennen bestehen meist aus vier Segmenten. Bei einigen Ectrichodiinae und den Hammacerinae können das zweite oder dritte Glied in weitere kleinere Abschnitte unterteilt sein. Im Unterschied zu anderen räuberischen Wanzenfamilien sind die Antennen der Reduviidae stets zwischen dem ersten und zweiten Segment gekniet. Gewöhnlich nimmt die Stärke der einzelnen Glieder vom ersten zum letzten ab. Nur bei einigen Phimophorinae und Phymatinae sind alle Segmente vom gleichen Durchmesser oder das Endglied ist etwas verdickt. Viele Arten besitzen Borsten oder Haare auf den Antennen. Einige Vertreter der Holoptilinae beispielsweise zeigen eine ausgeprägte Befiederung. Allgemein sind die Antennen der verschiedenen Raubwanzengruppen sehr unterschiedlich gebaut. Die nachfolgende Zeichnung stellt die Bautypen einiger Vertreter vor.

 

Ozellen

 

 

 

 

 

 

oben links: Zelus renardii (Harpactorinae), oben rechts: Melanolestes picipes (Peiratinae),

unten links: Barce fraterna (Emesinae), unten rechts: Phymata fasciata (Phymatinae)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rostrum

Das stets dreigliedrige Rostrum ist meist konvex zur Kopfunterseite gebogen. Nur wenige Vertreter haben einen geraden Stechrüssel und bei manchen kann er auch s-förmig gebogen sein. Die Länge und Stärke der einzelnen Glieder variiert stark zwischen den verschiedenen Unterfamilien und Gattungen. Im Gegensatz zu vielen pflanzensaugenden Wanzen besitzt der Stechrüssel der Raubwanzen eine ausgeprägtere Muskulatur und dadurch mehr Beweglichkeit. Somit kann der Rüssel bis über die Körperlängsachse hinaus gestreckt und die einzelnen Segmente unabhängig voneinander bewegt werden. In Ruhestellung wird das Rostrum mit seinem Endglied in die Stridulationsrinne an der Unterseite vom Prothorax gelegt.

von links nach rechts:

Dilophocoris (Reduviinae), Cryptophysoderes (Physoderinae), Ptilocnemus (Holoptilinae),

Mendanocoris ventral und dorsal (Phimophorinae), Phimophorus (Phimophorinae),

Lophoscutus (Phymatinae), Heza (Harpactorinae)

 

 

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